Am 19. Dezember 2025 trafen sich rund 100 Verwaltungsmitarbeitende zum jährlichen Klimaforum. Höhepunkt war Peter Richners Vortrag über neue Technologien, die Hoffnung für die Zukunft geben.
Regierungsrat Jon Domenic Parolini begrüsste am 19. Dezember 2025 rund 100 Verwaltungsmitarbeitende zum jährlichen Klimaforum. Im Mittelpunkt der halbtägigen Veranstaltung stand das Referat von Peter Richner, promovierter Chemiker und bis März 2025 stellvertretender Direktor der Empa.
Mining the atmosphere – Konzept der Zukunft
Richners Vortrag machte Mut: «Netto null ist keine Fata Morgana, wir sind auf Kurs.» Da CO₂ lange in der Atmosphäre verbleibt, seien weitere Anstrengungen nötig, aber dank geeigneter Technologien machbar. Als zukunftsfähige Strategie präsentierte er «Mining the atmosphere»: CO₂ aus der Luft als Rohstoff nutzen, in Baumaterialien und erdöl- oder erdgasfreie Chemikalien umwandeln und so eine kreislauffähige, klimapositive Industrie fördern.
Klimaschutz und Baustoffproduktion in Einem
Richner lieferte dafür folgendes Beispiel: Bereits heute produzieren grosse Photovoltaikanlagen in der Wüste Omans Sonnenenergie, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Der Wasserstoff kann unter Zugabe von CO₂ aus der Atmosphäre als Methan gespeichert und verschifft werden. Wird er anschliessend pyrolysiert (verkohlt), entsteht gebundener Kohlenstoff (synthetische Kohle), der einen Teil des Kieses im Beton ersetzen kann – Klimaschutz und Baustoffproduktion in Einem.
Graubünden gut aufgestellt
Abschliessend betonte Richner: «Wir sollten Pilotprojekte hinter uns lassen und in die Umsetzung gehen. Politik, Wissenschaft und Industrie müssen zusammenarbeiten» – und wand dem Kanton gleich noch ein Kränzchen: «Graubünden ist dafür gut aufgestellt.»
Damit spielte er auf die Referate seiner Vorrednerinnen und Vorredner an. Diese berichteten über das Ende 2025 in Kraft getretene Bündner Klima- und Innovationsgesetz, die damit verbundenen neuen Förderprogramme, erste Erfolge des Aktionsplans Green Deal und der Biodiversitätsstrategie, das Integrale Risikomanagement, den kantonalen Massnahmenplan für die Kreislaufwirtschaft sowie die geplante Überarbeitung der Klimastrategie.
Nach diesem bunten Strauss an Referaten verabschiedete Regierungsrätin Carmelia Maissen die Teilnehmenden mit einem Schlusswort in die Weihnachtsferien.