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Grafik Klimaforum 2022
Der Kanton und die involvierten Ämter haben früh erkannt, dass nur ein themenübergreifendes Handeln zum Erfolg führen wird.

Bereits zum achten Mal hat sich die kantonale Verwaltung im Rahmen des Klimaforums über die Aufgaben und Tätigkeiten im Umgang mit dem Klimawandel ausgetauscht. Im Fokus standen der Aktionsplan Green Deal (AGD) und die Biodiversität. 

Am 14. Dezember 2022 trafen sich im Beisein der beiden Regierungsräte Jon Domenic Parolini und Mario Cavigelli rund fünfzig Mitarbeitende der kantonalen Verwaltung zum jährlichen Klimaforum. Das Amt für Natur und Umwelt (ANU) informierte als federführende Dienststelle über den Stand des Aktionsplans Green Deal für Graubünden (AGD). Zurzeit arbeiten mehrere Dienststellen an einer Neuformulierung der gesetzlichen Regelungen. Diese braucht es, um die im AGD vorgeschlagenen Massnahmen umsetzen und finanzieren zu können.

Rund 50 Mitarbeitende der kantonalen Verwaltung am Klimaforum 2022

Rund fünfzig Mitarbeitende der kantonalen Verwaltung nahmen am Klimaforum 2022 teil. Foto: ANU

Mittel erfolgsversprechend eingesetzt

Die enge Zusammenarbeit der Dienststellen und Departemente unterstützt das politische und gesellschaftlich Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Das Amt für Energie und Verkehr (AEV) vermeldete, dass im Jahr 2022 dank Mitteln aus dem AGD im Gebäudebereich viel mehr Gesuche für Energieeffizienz und den Umstieg auf erneuerbare Energieträger gefördert wurden als im Jahr zuvor. Auch für die Landwirtschaft sind die Mittel aus dem AGD erfolgsversprechend eingesetzt; das Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft» stösst schweizweit auf grosses Interesse.

Kantonale Biodiversitätsstrategie in Arbeit

Zusätzlich zum AGD standen die Tätigkeiten und Dienstleistungen von ClimateView und dem Forschungszentrum CERC in Davos sowie als Hauptthema die Biodiversität im Fokus. Das ANU entwickelt gemeinsam mit anderen Dienststellen eine kantonale Biodiversitätsstrategie, die 2023 in die Vernehmlassung gehen wird. Das Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) berichtete über die Biodiversitätsbestrebungen im Wald; es postuliert vielfältige Baumarten und Strukturen, damit sich der Wald dem Klimawandel anpassen kann.

Weitermachen wie bisher geht nicht

Im abschliessenden Hauptreferat betonte Professor Markus Fischer von der Universität Bern den grossen Wert der Biodiversität. Infolge ihres starken Rückgangs sind Ökosystemleistungen wie die Bodenbildung oder die Klimaregulierung beeinträchtigt. Dies wiederum schwächt die wirtschaftliche Entwicklung und unsere Lebensqualität.

Die Schweiz zählt europaweit am meisten bedrohte Arten. Hauptgründe für den Rückgang unserer Artenvielfalt und Biodiversität sind die veränderte Nutzung von Land und Gewässern, Übernutzung natürlicher Ressourcen, Klimawandel, Umweltverschmutzung und invasive gebietsfremde Arten. Professor Fischer wies darauf hin, dass ein Weitermachen wie bisher nicht geht, denn wir leben vom Naturkapital statt von den Zinsen. In allen Politikbereichen gilt es deshalb die Biodiversität zu schützen, die Umweltkosten zu reduzieren und der Biodiversität mehr Fläche zu verschaffen. Dies gilt es zum Beispiel beim geplanten Ausbau erneuerbarer Energien umzusetzen.